| Abwärme | In thermisch-technischen Prozessen anfallende ungenutzte Wärme, die an die Umgebung abgegeben wird, z.B. beim Betrieb von Großkraftwerken. Bei Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) wird diese Wärme weitergeleitet und zu Heizzwecken oder in industriellen Prozessen genutzt. |
| Akkumulator (kurz:Akku) | Der Akkumulator ist ein wiederaufladbarer elektrochemischer Speicher für elektrische Energie, also vereinfacht gesagt eine wiederaufladbare Batterie. Beim Laden des Akkumulators über Elektroden wird der Strom in chemische Energie umgewandelt. Beim Entladen wird diese als Elektroenergie freigesetzt.
Akkumulatoren gibt es nur für Gleichstrom.
Sie ermöglichen die netzunabhängige Verfügbarkeit von elektrischer Energie (Bsp.: Notstromaggregat) und einen Spitzenausgleich in Rahmen der Stromversorgung. |
| API#4 Index (All Publications Index) | Der API#4 Index basiert auf Kohlelieferungen FOB (Free on Board) auf ein Schiff in Richard's Bay, Südafrika. |
| Ask | Angebotspreis, d.h. der Preis, den der Verkäufer einer Ware fordert. Vergleiche auch Bid. |
| Aufwindkraftwerk | Ein Solarkraftwerk, das unter Ausnutzung des "Kamineffekts" eine Luftströmung mit Hilfe einer Windturbine zur Stromerzeugung nutzen kann. |
| Ausfallrisiko (auch Adressen-Ausfallrisiko) | Ausfallrisiko beschreibt das Risiko, dass eine Vertragspartei ihren gesamten Vertragsverpflichtungen (z.B. Zahlungsverpflichtungen, Lieferverpflichtungen etc.) nicht nachkommt. Bestandteile des Adressenausfallrisikos sind das Wiedereindeckungsrisiko und das Zahlungsrisiko. |
| Auslesung | Erfassung von Abrechnungsdaten mit einer datentechnischen Einrichtung. |
| Ausspeisepunkt | Gasübergabestelle, an der Gefahr und Besitz von Erdgas vom Lieferanten an den Transportkunden übergeben werden. |
| Back Office | Das Back Office übernimmt im Trading Floor das Deal Reporting, Accounting und die Risikokontrolle. Es sorgt für eine akkurate und zeitige Verarbeitung aller Transaktionsdaten, führt die finanzielle Vertragserfüllung aus, stellt das Rechnungswesen und analysiert die Kreditrisiken. |
| Back-to-back-Beschaffung | Die beschafften Mengen entsprechen genau den verkauften Mengen. Der Deckungsbeitrag ergibt sich unmittelbar aus der Differenz der Wertstellung beider Portfoliobücher (Beschaffung, Vertrieb). Risikoärmste Beschaffungsstrategie. |
| Backwardation | Marktsituation, in der der Preis des Spotprodukts über dem Preis des Terminprodukts liegt. |
| Bahnstrom | Die Deutsche Bahn AG verwendet 1-Phasen-Wechselstrom mit einer Frequenz von 16 1/3 Hertz. |
| Bandlieferung | Lieferung einer konstanten Menge Energie über einen festgelegten Zeitraum. |
| Barrel | Barrel (abgekürzt bbl) bedeutet Fass und ist eine traditionelle Maßeinheit in der internationalen Ölindustrie. Ein Barrel entspricht 42 US-Gallonen bzw. 159 Liter. Die Preisnotierung der Rohöle erfolgt in US-Dollar je Barrel. |
| Basis | Als Basis wird die Differenz zwischen Futurepreis und Kassamarktpreis eines Gutes bezeichnet. Liegt der Kassamarktpreis über dem Futurepreis, ist die Basis negativ. Dieser Fall wird als Backwardation bezeichnet. Liegt der Futurepreis über dem Spotmarktpreis, ist die Basis positiv. Diesen Fall bezeichnet man als Contango. |
| Becquerel | Ein Becquerel ist eine SI-Einheit für die Stärke der Radioaktivität. Ein Zerfallsakt pro Sekunde wird definiert als ein Becquerel (1 Bq = 1/s). |
| Benutzungsdauer | Energiewirtschaftliche Kennzahl. Beschreibung der Auslastung von Aggregaten, aber auch von Verbräuchen. |
| Berge | Verunreinigungen der Rohkohle direkt nach dem Abbauprozess. |
| Best Execution | Mit einer Best Execution erfolgt die Energiebeschaffung nach besten Wissen und Gewissen über einen Portfoliomanager nach vorgegebenen Rahmenbedingungen. Best Execution ist nur im Rahmen eines Portfoliomanagementvertrages möglich, in welchem die Ausnutzung aller am Wholesale Market möglichen Instrumente erlaubt sind. |
| Bid | Nachfragepreis, d.h der Preis, der die Zahlungsbereitschaft eines Käufers angibt. Vergleiche auch Ask. |
| Bilanzkreis | Ein Bilanzkreis ist ein virtuelles Gebilde, für das ein Ausgleich zwischen Einspeisung und Entnahme gegenüber dem jeweiligen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) durchzuführen ist. Es umfasst eine beliebigen Anzahl von Einspeise- und Entnahmestellen innerhalb der Regelzone. Ein Bilanzkreis besteht dabei im einfachsten Fall aus einem einzigen Netznutzer. Er kann aber auch mehrere Netznutzer umfassen. Auch kann ein Netznutzer mehreren Bilanzkreisen angehören.
Ein Bilanzkreisverantwortlicher bildet die Schnittstelle zwischen Netznutzern und ÜNB. Er sorgt dafür, dass in jeder 1/4-h-Messperiode die Leistungsbilanz des Bilanzkreises ausgeglichen ist. Nicht ausgeglichene Bilanzkreise werden vom Übertragungsnetzbetreiber durch den Einsatz von Regelenergie ausgeglichen. |
| Biomasse | Pflanzliche und tierische Rohstoffe für die Energieerzeugung. |
| Biotreibstoff | Treib- und Brennstoff, der aus Biomasse generiert wird. |
| Bonitätsrisiko | Siehe Kreditrisiko |
| British Thermal Unit | 1 Btu (British Thermal Unit) = 1,055056 kJ. Damit ist die Wärmemenge gemeint, die nötig ist, um ein Pfund Wasser von 39,2°F auf 40,2°F zu erwärmen. |
| CAL | Abkürzung für das Handelsprodukt Kalenderjahr (calender year). |
| Caps/Floors | Cap: Preisobergrenze, Floor: Preisuntergrenze. Ein Marktteilnehmer kann sich gegen steigende oder fallende Preise absichern, indem er durch ein derivatives Handelsgeschäft das Recht erwirbt, ein Handelsprodukt zu einem maximalen bzw. minimalen Wert zu kaufen oder zu verkaufen (Call-/Put-Option). |
| Clean Spread | Der Clean Spread ist eine Erweiterung des Spark Spreads, bei dem die CO2-Emissionskosten berücksichtigt werden. Der Clean Spark Spread oder Spark Green Spread wird mit einem Faktor von 0,411 Tonnen CO2 je MWh berechnet: Clean Spark Spread = Spark Spread - (CO2-Preis * 0,411). Analog gibt es einen Clean Dark Spread oder Dark Green Spread speziell für kohlebefeuerte Anlagen. |
| Contract for Differences (CFD) | Vertrag zur Preisabsicherung von Verträgen zwischen Produzenten und Kunden. Bedingt durch die häufigen Preisschwankungen im Stromhandel ist "Contract for Differences" zu einer gängigen Vertragsform in diesem Handelssegment geworden. |
| Contracting | Mit dem Begriff Contracting sind die Planung, Durchführung, Finanzierung und ggfs. das Betreiben von Energieerzeugungsanlagen (Anlagen-Contracting) oder von Energiesparmaßnahmen (Einspar-Contracting) durch Dritte gemeint. Das wirtschaftliche Risiko liegt bei diesem Dritten, während der Kunde keine eigenen Investitionen vornimmt. Über die erzeugte Energie bzw. über die eingesparten Energiekosten refinanzieren sich die Maßnahmen. Das Contracting kann die Lieferung von Kälte, Wärme, Strom, Druckluft oder andere Formen von Energie umfassen. |
| Corecatcher | Im Falle eines schweren Unfalls dient der Corecatcher zum Auffangen des geschmolzenen Kernbrennstoffs. Dadurch wird die Kernschmelze aufgefangen und gekühlt. |
| Cross-Commodity Pricing | Ein variabler/fixer Preis eines Commodities wird zeitlich definiert mittels einer Vereinbarung in einen fixen/variablen Preis eines anderen Commodities umgewandelt. |
| Dauer-Reservebereitstellung | Bereitstellung von Reserveleistung über die zur Frequenzhaltung benötigte Reserveleistung hinaus. |
| Dekontamination | Die Entfernung von Schadstoffen, um die Gefahr für die Umwelt zu senken. |
| Demarkationsverträge | Verträge, in denen sich Energieversorgungsunternehmen verpflichten, nicht in andere Versorgungsgebiete zu liefern. Demarkationsverträge stammen aus der Zeit vor der Liberalisierung. Heutzutage sind sie nicht mehr zulässig. |
| Differential | Preisformel mit Ab- und Zuschlägen für die Preisfestsetzung eines Gutes. Auf Basis von Differentials zu den Referenzölen werden im internationalen Ölhandel die Qualitäts- und Frachtunterschiede der einzelnen Rohölsorten berechnet. |
| Distribution Code | Netzregeln für den Zugang zu Verteilungsnetzen. |
| EEX (European Energy Exchange) | Die European Energy Exchange (EEX) ist heute die einzige deutsche Energiebörse. Sitz ist Leipzig. Die EEX ist 2002 durch den Zusammenschluss der beiden Vorgängerbörsen
Leipzig Power Exchange (LPX) mit Sitz in Leipzig und der European Energy Exchange (EEX) mit Sitz in Frankfurt entstanden. |
| EFET (European Federation of Energy Traders) | Die EFET ist ein europäischer Zusammenschluss von Energiehändlern mit Sitz in Amsterdam. Die Gruppe umfasst mehr als 80 Mitglieder aus 18 Ländern und hat sich zum Ziel gesetzt, den Energiehandel in Europa zu fördern und einen paneuropäischen Binnenmarkt zu schaffen. Im September 2001 wurde der EFET Deutschland - Verband Deutscher Gas- und Stromhändler e.V. gegründet. Der Händlerrahmenvertrag der EFET für den europäischen Strom- und Gashandel beinhaltet ein standardisiertes Vertragswerk für Rahmenkaufverträge. |
| Eigenerzeugungsanlagen | Energieanlagen, die zur Erzeugung des eigenen Bedarfs an Energie dienen und sich im Besitz von Unternehmen, Betrieben oder Privatpersonen befinden, die kein EVU im Hauptbetrieb darstellen. |
| Eigengeschäft | Eigengeschäfte sind erlaubnisfreie Handelsgeschäfte eines Händlers nach BaFin, bei dem entweder dessen außerbörslichen Geschäfte zur Absicherung der eigenen Risiken dienen oder er für seine Handelsgeschäfte ausschließlich das eigene Vermögen einsetzt. |
| Einschaltwindgeschwindigkeit | Für Windkraftanlagen nutzbare Windgeschwindigkeit. |
| Einspeiser | Erzeuger, der elektrische Energie über ein Netz abgibt. |
| Elektrolyse | Als Elektrolyse wird die Zersetzung einer stromleitenden wässrigen Lösung (Elektrolyt) durch elektrischen Strom bezeichnet. Der Strom fließt durch Anschluss an die Elektroden (metallische elektrische Leiter) in die stromleitende Lösung. Eine positive Elektrode wird Anode und eine negative Elektrode wird Kathode genannt. Die Moleküle des Elektrolyten trennen sich in positiv geladene Kationen und in negativ geladene Anionen. Die Kationen fließen zum Minuspol (Kathode) und die Anionen zum Pluspol (Anode). Die Elektrolyse wird z.B. bei der Gewinnung von Metallen eingesetzt (Aluminiumelektrolyse). |
| Elektronenvolt | Nicht mehr zulässige Bezeichnung für die Energieeinheit Elektronvolt. |
| Elektrosmog | Hoch- und niederfrequente elektromagnetische Felder. Diese entstehen beispielsweise durch das Stromnetz oder elektrische Geräte. Bislang herrscht Unklarheit über mögliche gesundheitliche Konsequenzen von Elektrosmog. |
| Endenergie | Die dem Verbraucher zur Nutzung verfügbare Energie. |
| Endenergieverbrauch | Vom Endverbraucher unmittelbar zur Erzeugung von Nutzenergie verbrauchte Energie. |
| Energiebilanz | Bilanzierung der Energieein- und -ausgänge für ein Gebiet innerhalb eines bestimmten Zeitraums. |
| Energiebinnenmarkt | Der erste gemeinschaftsrechtlichen Schritt zur Schaffung eines europäischen Energiebinnenmarktes wurde 1990 durch die Richtlinie 90/954/EWG über den Transit von Elektrizitätslieferungen über große Netze und die Richtlinie 90/377/EWG zur Einführung eines gemeinschaftlichen Verfahrens zur Gewährleistung der Transparenz der vom industriellen Endverbraucher zu zahlenden Gas- und Elektrizitätspreise gesetzt. Auf diese Richtlinien nahmen dann auch die RL 96/92/EG (Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie) und die spätere RL 98/30/EG (Erdgasbinnenmarktrichtlinie) Bezug um die weitere Vergemeinschaftung des Energiebinnenmarktes zu begründen.
Im Jahr 2000 hat der Rat von Lissabon eine Beschleunigung der bis dato schleppend verlaufenden Liberalisierung beschlossen. Die sog. Beschleunigungsrichtlinien 2003/54/EG und 2003/55/EG haben 2003 die bisherigen Binnenmarktrichtlinien ersetzt und u.a. den regulierten Netzzugang verpflichtend eingeführt.
Mit einem dritten Richtlinienpaket, das die EU-Kommission im September 2007 vorgelegt hat, soll ein vollständiger Energiebinnenmarkt mit freiem Wettbewerb und effizienter Regulierung bis Januar 2009 verwirklicht werden. |
| Energiehandel | Die benötigten Strom- und Gasmengen werden börslich und außerbörslich gehandelt. |
| Energieindikator | Anzeiger für die energetische Situation bestimmter räumlicher und wirtschaftlicher Einheiten, um diese vergleichen zu können. |
| Energiekette | Die Energiekette umfasst den gesamten Energiefluss von der Primärenergieaufbringung bis zum Endverbrauch. Die Umsetzung kann sowohl einstufig als auch mehrstufig erfolgen. |
| Energietechnik | Die Teildisziplin der Technik, die das gesamte Spektrum der Energie von der Gewinnung bis zum Verbrauch beinhaltet. |
| Energieverlust | Bezeichnet die Energie, die nicht genutzt werden kann. Der Verlust ist die Differenz zwischen dem Wert 1 und dem Wirkungsgrad für (z.B.) ein Kohlekraftwerk. 1 - 0,42 = 0,58 |
| Erfüllungsrisiko | Ausfallrisiko beim Handel mit Forwards, dass die Gegenpartei der Zahlungs- bzw. Lieferverpflichtung nicht nachkommen kann. Beim Futureshandel trägt die Clearingbank dieses Bonitätsrisiko. |
| Erzeugungseinheit | Erzeugungseinheiten sind Anlagen eines Kraftwerkes, die nach definierten Kriterien abgrenzbar sind und primär der Energieerzeugung dienen (z.B. ein Kraftwerksblock). |
| Exercise Price | Siehe Ausübungspreis |
| Expiry | Siehe Verfallstermin |
| Fahrplanlieferung | Bei der Fahrplanlieferung erstellt der Kunde oder ein Versorgungsunternehmen entsprechend seiner zu erwartenden Abnahme im monatlichen, wöchentlichen oder täglichen Rhythmus einen Fahrplan, welcher beim übergeordneten Versorger angemeldet wird. Die Lieferung der festgelegten Energiemenge erfolgt auf Stunden- oder Viertelstundenbasis entsprechend dem Fahrplan. |
| Fernwärme | Die Weiterleitung von zentral erzeugter thermischer Energie über ein Wärmeträgermedium (Wasser, Dampf) an den Verbraucher zur privaten, gewerblichen oder industriellen Nutzung. |
| Feuerstätte | Anlagen und Apparate zur Verfeuerung fossiler Brennstoffe mit einer Abgasanlage. |
| Flexibilitätsrisiko | Risiko, das sich dadurch ergibt, dass der tatsächliche Bezug von der Bestellprognose abweicht und diese Differenz durch Spot- und Ausgleichsenergielieferungen ausgeglichen werden muss. |
| Front Office | Das Front Office übernimmt im Trading Floor das Trading und das Risikomanagement. Zu den Aufgaben gehören das Ausführen von Transaktionen, das Führen von Handelsbüchern, die Analyse von Risiken, das Bilden von Preisen, die Entwicklung neuer Produkte und die Identifizierung von Chancen. |
| Fundamentalanalyse | Methode zur Bewertung und Prognose von Aktienkursen, Aktiengesellschaften und Aktienmärkten sowie deren wirtschaftlichem Umfeld. Stromhändler nutzen die Fundamentalanalyse zur Beurteilung der aktuellen Stromnachfrage und zur Abschätzung der verfügbaren Mengen der Stromerzeugung. Dabei werden z.B. Wetterschemata, Übertragungszwänge oder unerwartete Stromausfälle zur Analyse herangezogen. |
| Future-Forward Bias | Beschreibt die Preisdifferenz zwischen Futures- und Forwardvertrag, die aufgrund von finanziellen Effekten bei der Margenberechnung zustande kommt. Die Preisdifferenz tritt aber nur auf, wenn der Preis des Futures mit den Zinssätzen korreliert, die für die Carry-Kostenberechnung verwendet werden. |
| Futures | Futures zählen zu den unbedingten Termingeschäften. Futures sind standardisierte Terminkontrakte, die nur an Börsen gehandelt werden. Beim Futures Contract ist die im Vertrag zu Grunde gelegte Ware (Underlying) hinsichtlich Qualität, Quantität, Erfüllungszeitpunkt und Lieferort standardisiert. Die einzige zwischen Käufer und Verkäufer noch zu verhandelnde Variable ist der Preis. Zwischen den Vertragsparteien wird der Preis beim Abschluss des Vertrages verhandelt, der bei Erfüllung am Ende der Laufzeit zu zahlen ist. Beim Engagement in Futures muss der Anleger einen Einschuss (Margin) auf ein Konto der Clearing Bank der Börse leisten. Die Einschussverpflichtung entspricht nicht dem vollen Kontraktwert, sondern je nach Volatilität des Gutes etwa zwischen 10 und 20 Prozent. Die Höhe des Margins wird von der Börse festgelegt. Es findet börsentäglich eine Bewertung des Kontraktes statt. Dabei wird festgestellt, ob eine der Vertragsparteien zu weiteren Marginzahlungen aufgefordert werden muss, wenn der Futureskurs einen bestimmten Mindestwert (Maintenance Margin) von der anfänglichen Einschussverpflichtung (Initial Margin) unterschreitet. Kommt eine der Vertragsparteien einer weiteren Einschussverpflichtung (Margin Call) durch den Broker nicht nach, wird der Kontrakt liquidiert. Die entsprechenden Beträge über dem Initial Margin auf dem Konto der Gegenpartei können als Profit realisiert werden. |
| Gasfernleitung | Hochdruckrohrleitungen über große Distanzen zum Transport von Gas. |
| Gigawattstunde | = 1000 MWh oder 1 Mio. kWh |
| Gray | Einheit der Energiedosis, bezeichnet die Energiemenge, die eine Materialprobe durch radioaktive Strahlung erhält; 1 Gray = 1 Gy = 1 J/kg. |
| Handelsmenge | Die Summe aller in einer bestimmten Periode gehandelten Mengen. |
| Hausanschlusskostenbeitrag | Einmalzahlung für die Einrichtung eines Hausanschlusses. |
| Höchstauszahlungsbetrag | Der Höchstauszahlungsbetrag eines Wetterkontrakts limitiert die maximale Zahlungsverpflichtung für den Kontrakt. |
| Hebelwirkung | Gemessen am vollen Wert der Kassaware ist auf Grund des Margin-Systems der Kapitalaufwand auf dem Terminmarkt verhältnismäßig niedrig. Der Anleger hat die Verpflichtung, den Wert aus dem Terminkontrakt zu liefern oder anzunehmen, muss aber dafür nur einen relativ geringen Kapitaleinsatz (10-20% des vollen Kontraktwertes) als Sicherheitsleistung (Margin) aufbringen, um für seine Verpflichtung einstehen zu können. Schwankungen der Kurse können zu hohen Gewinnchancen aber auch zu riesigen Verlusten führen. Bei entsprechenden Kursbewegungen führt dies zu einer Hebelwirkung des Kapitaleinsatzes. Auf diese Weise können hohe Renditen erwirtschaftet werden. Bei einem Preisverfall können auch entsprechend hohe Verluste enstehen. Diesen Effekt bezeichnet man als Hebelwirkung (Leverage Effect). |
| Heizgradtag (HDD) | Die Differenz zwischen einer vorher festgelegten Basistemperatur (18,33 °C) und der Durchschnittstagestemperatur. Beträgt zum Beispiel die Tagesdurchschnittstemperatur 10°C und die Basistemperatur 18°C, dann hat der bestimmte Tag 8 Heizgradtage. Wenn die Tagesdurchschnittstemperatur größer ist als die Basistemperatur, so ist der Heizgradtag-Wert für diesen Tag null. |
| Hub | Netzknotenpunkt, Ort des Zusammentreffens verschiedener Leitungen (Pipelines, Stromleitungen etc.).
An zentralen Erdgas-Hubs setzen wichtige Handelspunkte auf. Zu den wichtigsten internationalen Gas-Hubs zählt etwa der Henry-Hub im US-Bundesstaat Louisiana als Preisbildungspunkt für Erdgas-Futures, die an der New Yorker Börse NYMEX gehandelt werden. Zu den wichtigsten Hubs in Europa zählen der Zeebrugge-Hub in Belgien und der Hub Baumgarten an der österreichisch-slowakischen Grenze als Übergangspunkt für russisches Erdgas. Mitunter werden auch andere Handelspunkte als Hub bezeichnet, etwa der britische NBP oder die niederländische TTF. Auch wenn diese nach dem gleichen Konzept funktionieren, handelt es sich genaugenommen um virtuelle Punkte, ohne physischen Knotenpunkt. |
| Immissionsgrenzwert | Wert, der die maximale Aufnahme von Stoffen aus der Umgebung festlegt und der nicht überschritten werden darf. |
| IPE (International Petroleum Exchange) | Siehe ICE |
| IPP (Independent Power Producer) | Unabhängiger Kraftwerksbetreiber, die auf ein fremdes Netz für die Verbreitung ihres Stroms angewiesen sind. |
| Jahreshöchstlast | Bruttoleistung eines Netzbereiches. |
| JET | JET ist die Abkürzung für Joint European Torus, ein europaweites Fusionsprojekt in Culham (Großbritannien), in dem Experimente zur Kernfusion durchgeführt werden. |
| Kassamarkt | Bezeichnung für einen Markt für kurzfristige Geschäfte, auf dem effektive Ware gegen Geld ausgetauscht wird. |
| Kernfusion | Verschmelzung von zwei leichten Atomkernen zu einem schweren. Dadurch werden große Energiemengen freigesetzt. Die Kernfusion ist zurzeit noch nicht kommerziell nutzbar. |
| Kesselkohlen (Steam Coal) | Kesselkohlen werden in den Verbrennungssystemen der Kraftwerke zur Erzeugung von Wasserdampf eingesetzt. Bei Kesselkohlen ist neben dem Wasser-, Asche- und Mineralstoffgehalt insbesondere der Schwefelgehalt und der Heizwert von entscheidender Bedeutung. Kesselkohlen mit mehr als einem Prozent Schwefelgehalt sind heute auf Grund weltweiter Emissionsverordnungen nicht mehr absetzbar. In Nordwesteuropa sind Kesselkohlen mit einem Heizwert von 6.000 kcal/kg handelsüblich. |
| Kilowattstunde | Einheit für den Verbrauch von elektrischer Energie. 1 Kilowattstunde (kWh) = 3.600 kJ. |
| Kontamination | Jede Verunreinigung von Materialien und Stoffen mit Schadstoffen oder radioaktiven Substanzen. |
| Konversion | Konversion ist ein Umwandlungsverfahren, bei dem in Konversionsanlagen die Kohlenwasserstoffmoleküle in Größe und Struktur verändert bzw. gespalten werden. Diesen Prozess nennt man auch cracken (engl. to crack = spalten). |
| Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) | Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist ein Verfahren, bei dem Strom erzeugt und gleichzeitig die Abwärme der Turbinen oder Motoren als Fernwärme genutzt wird. Kraftwerke, die nach diesem Verfahren arbeiten, können im Vergleich zu herkömmlichen Technologien die Emissionen von Kohlendioxid und anderen Schadstoffen wie Schwefeldioxid und Stickoxiden um bis zu 40 Prozent reduzieren. |
| Kraftwerksblock | Als Kraftwerksblock wird ein einzelnes, technisch vollständiges Kraftwerk bezeichnet, welches in einer Gruppe zu mehreren an einem gemeinsamen Standort errichtet ist, an welchem die organisatorische Verwaltung für alle Blöcke stattfindet. |
| Kraftwerkseigenverbrauch | Bezeichnet die elektrische Arbeit, die die Hilfsanlagen eines Kraftwerks verbrauchen. |
| Kreditrisiko (Credit Risk) | Das Kreditrisiko (auch: Kreditausfallrisiko) bezeichnet das Risiko des Verlustes, falls ein Kreditnehmer, beispielsweise durch Insolvenz, seine Pflichten im Rahmen einer Kreditvereinbarung gegenüber dem Gläubiger nicht erfüllen kann. Ist der Gläubiger ein Kreditinstitut, muss eine Einzelwertberichtigung gebildet werden. Man spricht in diesem Fall von Adressenausfallrisiko (seltener Adressenrisiko oder Ausfallrisiko). Das Kreditrisiko umfasst Abwicklungs- und Vorleistungsrisiken. Das Kreditrisiko ist die volumenmäßig bedeutendste Risikoart. |
| Last Call | Last Call beschreibt die Vereinbarung zwischen zwei Vertragsparteien. Dabei wird dem Lieferanten das Recht eingeräumt, mit dem Vertragsnehmer in einen Folgevertrag oder in ein neues Vertragsverhältnis einzusteigen unter der Voraussetzung, dass die Lieferkonditionen gleich oder besser als die von Wettbewerbern sind. |
| Lastprofilspeicher | Messgerät zur Speicherung des Lastverlaufs eines Kunden. |
| Leerverkauf | Das Eingehen einer Short Position ohne Besitz der zu Grunde liegenden Ware wird auch als Leerverkauf bezeichnet. |
| Leistung | Erzeugte oder verbrauchte Energiemenge innerhalb einer Viertelstunde (Deutschland), definiert in Watt, Kilowatt, Megawatt. |
| Leistungsmittelwert | Durchschnittlich verbrauchte Energiemenge, die aus der verbrauchten Energiemenge einer Messperiode ermittelt werden kann. |
| Liquidierung | Das Schließen einer Position durch ein Gegengeschäft, d.h. der Verkauf eines zuvor gekauften Terminkontraktes oder der Rückkauf eines zuvor verkauften Terminkontraktes. |
| Long | Long ist ein Handelsbegriff, der bedeutet, Wertpapierbestände gekauft und damit im Besitz zu haben. Gegenteil: Short |
| Long Position | Bezeichnung dafür, dass ein Marktteilnehmer eine Kaufposition (Kauf von Futures, Forwards, Optionen) eingenommen hat. Man spricht auch davon, dass man long im Markt steht. |
| Maintenance Margin | Mindestwert bzw. Mindestmargin von der Initial Margin, der nicht unterschritten werden darf. Wird dieser Mindestwert unterschritten, wird der Anleger durch den Broker aufgefordert (Margin Call) weitere Einschüsse zu leisten. |
| Make-or-Buy | Entscheidungsfall im Unternehmen, ob eine Leistung selbst erbracht (make) oder eingekauft (buy) werden soll. |
| Margin Call | Aufforderung des Brokers an den Anleger, einen Nachschuss auf das Marginkonto zu leisten. |
| Mark-to-Market | Bewertung der offenen Position eines Handelsportfolios, d.h der nicht gedeckten Liefer- oder Bezugsverpflichtungen anhand des tagesaktuellen Marktpreises. |
| Market Maker | Market Maker stellen laufend einen Bid-Offer-Spread für eine vorher bestimmte Mindestanzahl an Kontrakten in das Handelssystem einer Börse, d.h. sie erklären sich bereit, jederzeit zu diesen Konditionen ein Produkt zu verkaufen oder zu kaufen. |
| Marktrisiko | Das Marktrisiko bezeichnet das Risiko, welches vom Preisverhalten von derivativen und physischen Gütern ausgeht, wenn sich die Marktbedingungen ändern. Als Verfahren zur Messung des Marktrisikos wird üblicherweise Value-at-Risk angewendet. |
| Maturity Bucket | Festgelegte zukünftige Zeiträume für die der Umfang der offenen Positionen auf Grundlage der CEE ermittelt und dem zulässigen Grenzwert gegenübergestellt werden. |
| MCP (Market Clearing Price) | Der Preis, zu dem der Marktausgleich zwischen Angebot und Nachfrage erfolgt, üblicherweise der Meistausführungspreis. |
| Metering Code | Mindestanforderungen für die Abrechnungszählung und Datenbereitstellung als Teil der Netzzugangs- und Netznutzungsregeln. |
| Mid Quote | Mittelwert zwischen Kauf- und Verkaufsangebot. |
| Middle Office | Das Middle Office übernimmt im Trading Floor das Risikomanagement und die Risikokontrolle. Das Middle Office führt die Risikomessung und das Risikoreporting aus, überwacht das Risikoprofil des Unternehmens, bewertet und genehmigt Modelle zur Preisbestimmung und Risikobewertung, managt das Portfolio, nimmt Marktanalysen vor und simuliert Szenarien und deren Implikationen. |
| Minutenreserve | Die Minutenreserve soll im Fall eines Leistungsausfalls die Sekundenreserve spätestens nach 15 Minuten ablösen. Die gesamte unter der Sekundärregelung verfügbare Minutenreserve muss mindestens so groß sein wie die größte Kraftwerksblockleistung. |
| Moderator | Stoffe, die durch Streuung und Abbremsung die kinetische Energie von Neutronen vermindern, ohne dass Neutronen durch Absorption übermäßig verloren gehen. |
| Monte Carlo Simulation | Monte-Carlo-Simulation oder Monte-Carlo-Studie (auch: MC-Simulation) ist ein Verfahren aus der Stochastik, bei dem Zufallsexperimente als Basis für weitere Bewertungen dienen. Man versucht dann, aufgrund der Ergebnisse mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitstheorie analytisch unlösbare Probleme im mathematischem Kontext numerisch zu lösen. Als Rechtfertigung wird dabei vor allem das Gesetz der großen Zahl gesehen. Die Zufallsexperimente können entweder real durchgeführt werden, etwa durch Würfeln, oder durch die Erzeugung von Zufallszahlen. Heutzutage können computergenerierte Zufallsvorgänge in beliebig großem Umfang simuliert werden. |
| Musterlastprofil | Darstellung des durchschnittlichen Stromverbrauchs eines statistischen Haushaltes über 24 Stunden eines Tages |
| Nachtstrom | Strom der zu Niedrigtarifzeiten, in der Regel nachts zwischen 22 und 6 Uhr, bezogen wird. Nachtstrom wird über einen getrennten Zähler gemessen und abgerechnet. |
| Naturbenzin | Bei der Erdgasförderung anfallende flüssige Kohlenwasserstoffe. |
| NBP (National Balancing Point) | NBP ist ein virtueller Handelspunkt für Erdgas in Großbritannien, an dem mehr als 60 Unternehmen tätig sind. Aufgrund der hohen Umschlaghäufigkeit (Verhältnis der tatsächlich gelieferten zu den insgesamt gehandelten Mengen)gilt der NBP als größter europäischer Handelspunkt für Spot- und Terminerdgasgeschäfte. Der NBP ist auch der Punkt für die Preisgestaltung und die Erfüllung für an der ICE gehandelte Gas-Futures. |
| Net Exposure | Nettorisikoposition. Die Nettorisikoposition ist die Differenz zwischen der Bruttorisikoposition und dem geschätzten Wert der Sicherungsgegenstände. |
| Netback-Verträge | Methode zur Preisfestsetzung in Rohölverträgen. Dabei wird der Preis für das Rohöl auf Basis der Preise der aus dem Rohöl gewonnenen Mineralölprodukte abzüglich einer Marge für Verarbeitungs- und Transportkosten ermittelt. |
| Netzanschluss | Technische Verbindung der jeweiligen Anlagen der Kunden an das Netz. |
| Netzbetreiber | Übertragungs- und Verteilungsnetzbetreiber sichern den zuverlässigen und sicheren Betrieb der jeweiligen Netze. Übertragungsnetzbetreiber regeln zudem die Übertragung durch das eigene Netz und den Austausch mit fremden Übertragungsnetzen. |
| Netzfrequenz | Die Netzfrequenz im europäischen Verbundsystem beträgt 50 Hz. Dieser Wert muss von den Netzbetreibern konstant gehalten und gesichert werden. |
| Nominierung | Mitteilung über die Menge des zu transportierenden Erdgases. |
| Non-Clearing-Mitglied | Nicht am Clearing beteiligter Börsenteilnehmer. Non-Clearing-Mitglieder müssen Clearing-Vereinbarungen mit Clearing-Mitgliedern treffen. |
| Normkubikmeter | Volumen einer Erdgasmenge unter physikalischen Normbedingungen (siehe auch Normzustand). |
| Notkühlsystem | Ermöglicht die Abfuhr der Nachwärme aus dem Reaktorkern, wenn die Hauptkühlmittelpumpe ausfällt. Das Notkühlsystem soll verhindern, dass der Reaktorkern überhitzt und zerstört wird. |
| NRA | National Regulatory Authorities. Nationale Regulierungsbehörden. |
| Nymex (New York Mercantile Exchange) | Nymex ist die größte Terminbörse für Energie und Edelmetalle in Nordamerika. Dort werden unter anderem Futures und Optionen auf Rohöl, Benzin, Heizöl, Erdgas, Propan, Gold, Silber, Platin, Palladium, Aluminium und Kupfer gehandelt. |
| On-Peak | Hochlastzeiten, meist an Arbeitstagen und tagsüber. |
| OTC-Clearing | Mit OTC-Geschäften bezeichnet man den außerbörslichen, nicht standardisierten Handel, bei dem die Vertragspartner individuell bilaterale Geschäfte aushandeln. Durch eine Registrierung an der Börse können diese Geschäfte durch das sogenannte OTC-Clearing über die European Commodity Clearing AG (ECC), abgewickelt werden. Die ECC übernimmt dabei das Kontrahentenausfallrisiko. Die Handelspartner können die Vorteile des Clearings an der ECC, wie das Netting unterschiedlicher Positionen, nutzen. (Quelle: EEX) |
| Pellet | 1. Holz-Pellet: Holzpellets werden aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz (Sägemehl, Hobelspäne, Waldrestholz) hergestellt. Sie werden ohne Zugabe von chemischen Bindemitteln unter hohem Druck gepresst und haben einen Heizwert von ca. 5 kWh/kg. In Pelletheizungen können auch Torfpellets, Strohpellets oder Restwertpellets aus Abfällen von Getreidemühlen verbrannt werden.
2. Uran-Pellet: Presstablette, die sich in den Brennstäben von Druckwasser- und Siedewasserreaktoren befindet. Sie besteht aus Uranoxid oder Uran-Plutonium-Mischoxid. |
| Pflanzenöle | Stoffe, die aus ölhaltigen Pflanzen gewonnen werden. Sie können z.T. nach Veresterung auch als Treibstoff genutzt werden. |
| Phelix (Physical Electricity Index) | Der Phelix® (siehe EEX) wird als Phelix Base und Phelix Peak berechnet. Beim Phelix Base wird ein stundengewichteter Durchschnittspreis pro Tag mit den Stunden 1-24 für das Marktgebiet Deutschland/Österreich erstellt. Er wird für alle Kalendertage des Jahres ermittelt. Der Phelix Peak ist ein stundengemittelter Durchschnittspreis für die Stunden der Spitzenlast (8-20 Uhr) eines jeden Kalendertages im Jahr. Aus dem Phelix Peak und Phelix Base wird jeweils der so genannte Phelix Monat berechnet, das arithmetische Mittel aus allen Phelixwerten eines Monats. |
| Physische Stromhandelsgeschäfte | Geschäfte, die auf den tatsächlichen Leistungsaustausch (z.B. Strom gegen Entgelt) gerichtet sind. Hier wird in der Regel eine bestimmte Menge Energie zu einem bestimmten Preis innerhalb eines festgelegten Zeitraumes gehandelt. Dieser Zeitraum kann sowohl eine langfristige oder kurzfristige Lieferung beschreiben, als auch in die Zukunft gerichtet sein. |
| Pipeline | Rohrleitung zum Transport von verschiedenen gasförmigen oder flüssigen Transportgütern, etwa Erdöl oder Erdgas. |
| Pit | Bezeichnung für eine achteckige Vertiefung auf dem Trading Floor, auf der die Transaktionen durch das System des Open Outcry abgeschlossen werden. |
| Portfolio | Portfolio bezeichnet die Zusammenfassung von Handelsprodukten bzw -verträgen (in der Energiewirtschaft insbesondere Bezugs- und Lieferverträge sowie Terminkontrakte) unter Berücksichtigung der verschiedenen Spezifikationen und Laufzeiten. |
| Position | Als Position versteht man das Engagement am Handelsmarkt durch eine Transaktion. Eine Position entsteht durch Eröffnung und wird durch eine Glattstellungstransaktion wieder beendet. (siehe Long- und Short-Position) |
| Primärenergie | Energie, die einem Umwandlungsprozess zugeführt werden muss. Zu den Primärenergieträgern zählen Stein- und Braunkohle, Mineralöl, Erdgas, Uran und regenerative Energien. Primärenergie ist die Eingangsgröße im Gesamtenergiefluss. |
| Put Spread | Ein Put Spread ist eine Put Option mit einem Höchstauszahlungsbetrag oder einer Obergrenze (cap). |
| Raffination | Verfahren, in dem die Nicht-Kohlenwasserstoffe chemischen Reaktionen ausgesetzt werden. |
| Reaktorgift | Stoffe in einem Kernreaktor, die Neutronen binden. Im Laufe des Betriebs eines Kernreaktors häufen sich in den Brennelementen die Spaltprodukte. Die Spaltprodukte binden teilweise die Neutronen, sodass diese nicht mehr für weitere Kernreaktionen zur Verfügung stehen. Somit sinkt mit der Zeit die Kritikalität eines Reaktors. Neutronenabsorber werden gezielt zur Steuerung der Kritikalität eines Reaktors eingesetzt. |
| Referenzöl | Im internationalen Ölhandel werden die meisten Rohöle zu den Referenzölen (marker crudes) bewertet. In Europa ist dies für den physischen Handel und den Terminkontrakthandel das Nordseeöl Brent und in den USA die Sorte West Texas Intermediate (WTI). Beispielsweise werden höherschwefelige arabische Öle durchschnittlich mit zwei Dollar unter Brent bewertet. Die Referenzöle bestimmen den Marktwert von etwa 80 Prozent des gehandelten Rohöls. |
| Regelblock | In einem Regelblock sind Regelzonen zusammengefasst, um mit anderen Regelblöcken die Leistungs- und Frequenzregelung zu gewährleisten. |
| Regulierungsbehörde | Eine Regulierungsbehörde ist eine staatliche wettbewerbspolitische Einrichtung. Die Aufgaben einer Regulierungsbehörde gehen in der Regel über die einer normalen Kartellbehörde hinaus; während letztere üblicherweise eine Ex-post-Kontrolle von Märkten betreiben, zeichnen sich Regulierungsbehörden oft durch Instrumente einer Ex-ante-Kontrolle aus, wie z. B. Preis- oder Produktgenehmigungen. Üblicherweise regulierte Märkte sind leitungs- oder netzgebundene Branchen, in denen der Aufbau paralleler Netze nicht gewünscht oder nicht sinnvoll ist. Typische Sektoren, in denen eine solche Regulierung stattfindet, sind Telekommunikations-, Post-, Eisenbahn-, Rundfunk-, Gas- und Strommärkte. Deutsche Regulierungsbehörde ist die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen (BNetzA). |
| Rohmarge | Die Rohmarge ist der Quotient aus Rohertrag und Umsatzerlösen. Siehe Realisierter Gewinn und Verlust |
| RSO | Regional System Operator. Länderübergreifender Netzbetreiber, der den Ausbau grenzüberschreitender Kapazitäten koordinieren soll. |
| Schwarzstartfähigkeit | Fähigkeit zur Wiederaufnahme des Betriebes von Erzeugungseinheiten, ohne von außen Energie zur Eigenbedarfsversorgung der Erzeugungseinheiten zuführen zu müssen. |
| Sekundärregelung | Die Sekundärregelung hat die Aufgabe, auftretende Frequenzabweichungen von zu einem Versorgungssystems gehörigen Erzeugungseinheiten auszuregeln. Diese Ausregelung erfolgt innerhalb des jeweiligen Netzabschnittes bzw. der Regelzone. Die über die Sekundärregelung zur Verfügung gestellte Reserveenergie heißt Minutenreserve. |
| Short | Als Short wird ein Verkäufer bezeichnet, der eine Position verkauft, ohne sie zu besitzen (Leerverkauf). Er erwartet, dass er seine offene Postion zu einem niedrigeren Preis zurückkaufen kann. |
| Sonderabfälle | Abfälle, die auf Grund der von ihnen ausgehenden Gefahren bzw. Gefahrenpotentiale gesondert behandelt, gelagert und entsorgt werden müssen. |
| Spannung | Die Spannung ergibt sich aus der elektrischen Potentialdifferenz zwischen zwei Punkten. Die Einheit ist Volt (V). |
| Spekulationsgeschäfte | Finanzielle Kontrakte, für die keine physischen Deckungsgeschäfte getätigt werden und die nicht der Risikoabsicherung dienen. Ziel ist die Gewinnerzielung aus Preisschwankungen im Zeitablauf ("billig kaufen, teuer verkaufen"). |
| Spezifische Nutzung | Energieeinsatz, bei dem der Energieträger nicht ersetzbar ist. |
| Stützbrennstoff | Handelsübliche Brennstoffe, die zur Unterstützung von Verbrennungen von Stoffen mit niedrigem Heizwert herangezogen werden. Stützbrennstoffe ermöglichen es, so die Verbrennung aufrecht zu erhalten. |
| Stundendifferenzmengen | Innerhalb einer Stunde festzustellende Differenz zwischen eingespeister und ausgespeister Erdgasmengen in einem Transportsystem. |
| Sv | Abkürzung für Sievert (Einheit der Äquivalenzdosis). |
| Tidenhub | Höhenunterschied des Wasserspigels zwischen den Gezeiten. |
| Transaction Agreement | Spezielle Lieferbestätigung, die i.d.R. bei bereits bestehenden Rahmenverträgen (Master Agreement) zwischen zwei Vertragspartnern Anwendung findet. |
| Transformator | Umspannanlage, die die elektrische Spannung von Wechselstrom herauf- oder herabsetzt. |
| Transportleistung | Die der Nominierung folgende Wärmemenge Erdgas, die in einer Stunde transportiert wird. |
| ULCC | Klassifizierung für Öltanker. Als Ultra Large Crude Carriers (ULCC) werden Tanker bezeichnet, deren Leergewicht 300.000 t übersteigt. Die größten Tanker, die jemals gebaut worden sind, haben ein Leergewicht von über 550.000 t. |
| Umsetzungseinsatz | Die Energiemenge, die in einen Umsetzungsprozess eingebracht wird. |
| Ungewollter Austausch | Ungewollte Abweichung des tatsächlichen Austausches zwischen Übertragungsnetzbetreibern und dem im Lieferprogramm geplanten Austausch. |
| Vega | Kennzahl, die die Veränderung des Optionspreises beschreibt, wenn sich die zugrunde gelegte Volatilität des Basiswertes um einen Prozentpunkt verändert. |
| Verbrauchssektoren | Aufschlüsselung des Energieverbrauchs in die verschiedenen Verbrauchergruppen im Rahmen einer Energiebilanz |
| Verbrennung | Exotherme Reaktion der Brennstoffe mit (Luft- ) Sauerstoff. Exotherme Oxidation. |
| Versorgungszuverlässigkeit | Die Erfüllung der Versorgungsaufgabe über einen definierten Zeitraum |
| VLCC | Klassifizierung für Öltanker. Als Very Large Crude Carriers (VLCC) werden Tanker bezeichnet, deren Leergewicht ungefähr 300.000 t beträgt. Tanker mit einem Leergewicht bis zu 160.000 t werden entsprechend dem maximalen Fassungsvermögen des Suez-Kanals als "Suez-max" bezeichnet. Tanker mit einem Leergewicht unter 50.000 t werden für den Transport von Mineralölprodukten verwendet. |
| Wasserkraft | Ein Fünftel des weltweit erzeugten Stroms wird durch Wasserkraft erzeugt. Laufwasserkraftwerke nutzen kontinuierlich die Energie des Wasserstroms. Speicherwasserkraftwerke nutzen die Energie der Wasserspeicher (Seen, Stauseen) meist nur zur Abdeckung von Spitzenlasten. |
| Wärmetauscher | In Wärmetauschern wird Wärme von einem Wärmetransportmedium auf ein anderes übertragen, ohne dass dabei die beiden Wärmetransportmedien miteinander in Kontakt geraten. |
| Wellenenergie | Gesamtenergie in einer Welle (Meeresenergie) |
| Wellenenergieanlage | Auch Wellenenergiekraftwerk. Anlage zur Nutzung der Bewegungsenergie der Wellen zur Erzeugung nutzbarer Energie. |
| Wiederaufarbeitungsanlage | Anlage zur Verarbeitung von abgebrannten Brennelementen. Das Material wird getrennt in wiederverwertbares Material wie zum Beispiel Uran 235 und nicht weiter brauchbare Stoffe, die so verarbeitet werden, dass sie sicher endgelagert werden können. |
| Wirbelschichtverfahren | Verbrennungsverfahren für Kohle, bei dem der Brennstoff in gemahlener Form im Ofen durch einströmende Luft in der Schwebe gehalten wird. Dadurch kann die Kohle mit höherer Effizienz verbrannt werden. Die Verbrennungstemperatur liegt zwischen 900-1000°C. |
| Wirkleistung | Leistung, die zur Umwandlung der elektrischen Leistung in andere Leistung (z.B.mechanische) genutzt wird. |
| WTI | Referenzöl in den USA. West Texas Intermediate (WTI) wird in einem Pipline-System zu einer homogenen Qualität vermischt. |
| Zertifizierung für regenerative Energie | "Gütesiegel" für Strom aus umweltfreundlicher/regenerativer Produktion. Derartige Zertifizierungen werden von verschiedenen Institutionen vergeben (z.B. TÜV, Umweltbundesamt, Öko-Institut). Unterschieden wird beim Zertifikat zwischen einer teilweisen und vollständigen Erzeugung aus erneuerbaren Energiequellen (Wind, Sonne, Wasser oder Biomasse). |
| Zur Baisse tendierend | Zur Baisse tendierend wird ein negativer Börsentrend bezeichnet, bei dem die Investoren in der Regel pessimistisch eingestellt sind und mit nachhaltig fallenden Kursen rechnen. Baisse-Märkte sind durch rückläufige Indizes gekennzeichnet. Wird eine Marktbewegung in die andere Richtung erwartet, so bezeichnet man diese Situation als Hausse. |
| Zweitarif | Unterscheidung zwischen Hauptlast- und Niederlasttarif. Niederlasttarife sind zum Ausgleich von Lastschwankungen in der Regel günstiger. |